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Shopware 6.7 Upgrade: Leitfaden zum Supportende von Shopware 6.5

AnleitungenVon 6 Min. Lesezeit

Shopware 6.5 erhält voraussichtlich nur noch bis zum 28. Februar 2027 Sicherheitsupdates. Danach werden neu entdeckte Sicherheitslücken in dieser Version nicht mehr geschlossen – ein Risiko für jeden Shop, der Kundendaten und Zahlungen verarbeitet. Wer heute noch auf 6.5 oder älter arbeitet, sollte das Upgrade auf Shopware 6.7 jetzt planen.

Dieser Leitfaden richtet sich an Shop-Betreiberinnen und -Betreiber. Er zeigt, was sich mit 6.7 ändert, warum das Upgrade mehr ist als ein Klick im Update-Assistenten und wie Sie es Schritt für Schritt vorbereiten.

Welche Shopware-Version erhält noch Updates?

Shopware unterstützt jeweils die aktuelle Major-Version und für eine begrenzte Zeit die Vorgängerversionen. Der Stand im Oktober 2026:

Version Status
5 seit 31.07.2024 keine Updates mehr
6.4 seit 14.05.2025 keine Updates mehr
6.5 Sicherheitsupdates voraussichtlich bis 28.02.2027
6.6 Extended Support bis zum Erscheinen von 6.8 (für 2027 angekündigt), danach Sicherheitsupdates voraussichtlich bis 28.02.2028
6.7 aktuelle Version

Shopware selbst nennt für 6.5 kein festes Enddatum, sondern koppelt die Supportphasen an die Major-Releases. Das Datum 28.02.2027 stammt aus der Übersicht von endoflife.date.

Nach Shopwares Release Policy erhält eine Major-Version nach ihrer Ablösung noch etwa ein Jahr Extended Support mit ausgewählten Fehlerbehebungen und danach ein weiteres Jahr nur noch Sicherheitsupdates über das Security-Plugin. Ein Zwischenhalt auf 6.6 verschiebt das Thema also nur um ein Jahr – und das nächste Major-Upgrade mit Tests und Go-live steht dann erneut an. Sinnvoller ist es, beide Schritte in einem Projekt zu erledigen und direkt auf Shopware 6.7 zu gehen. Shopware selbst rät, mindestens alle zwei Jahre auf eine neue Major-Version zu wechseln.

Was ist neu in Shopware 6.7?

Shopware 6.7 gilt als der grösste technische Sprung innerhalb von Shopware 6. Für Ihren Shop sind vor allem drei Punkte wichtig.

Neue Technik in der Administration

Die Administration wird neu mit Vite statt Webpack gebaut, läuft ohne die bisherige Vue-2-Kompatibilitätsschicht vollständig mit Vue 3 und verwaltet ihren Zustand mit Pinia statt Vuex. Für Sie als Betreiber sieht die Administration weitgehend vertraut aus. Für Erweiterungen bedeutet es aber: Plugins, die eigene Bereiche in der Administration mitbringen, brauchen in der Regel eine eigene Version für 6.7.

Barrierefreiheit

Mit 6.7 hat Shopware den Storefront-Standard stark auf Barrierefreiheit ausgerichtet. Hintergrund ist der European Accessibility Act (EAA), der in der EU seit Juni 2025 für viele Onlineshops gilt. Verkaufen Sie an Kundinnen und Kunden in der EU, sollten Sie prüfen, ob er für Sie gilt.

Wichtig: Shopware nimmt Ihnen nur einen Teil der Arbeit ab. Ein individuelles Theme sowie Ihre Inhalte – Produktbilder, Beschreibungen, Landingpages – müssen Sie selbst auf Barrierefreiheit prüfen und anpassen.

Performance und Caching

Shopware hat mit 6.7 auch die Caching-Mechanismen überarbeitet. Wie stark Ihr Shop davon profitiert, hängt von Hosting, Konfiguration und Erweiterungen ab. Mehr dazu in unserem Artikel zum Shopware 6 Performance-Boost.

Warum das Upgrade ein Projekt ist

Ein Update innerhalb einer Major-Version, etwa von 6.5.8 auf 6.5.9, ist meist Routine. Der Sprung auf eine neue Major-Version ist es nicht: Shopware entfernt dabei veralteten Code, und alles, was darauf aufbaut, muss angepasst werden. Typische Baustellen sind:

  • Store-Erweiterungen: Für jede Erweiterung braucht es eine Version für 6.7. Fehlt sie, braucht es Ersatz – oder die Funktion fällt weg.
  • Eigene Plugins: Individuell entwickelte Erweiterungen müssen Sie selbst oder Ihre Agentur anpassen, besonders wenn sie die Administration erweitern.
  • Theme: Ein stark angepasstes Theme muss mit den Änderungen im Storefront-Standard zusammenpassen.
  • Schnittstellen: ERP, Zahlungsanbieter, Marktplätze und Feeds müssen nach dem Upgrade weiterhin zuverlässig laufen.
  • Hosting: Shopware 6.7 stellt höhere Anforderungen an den Server (siehe unten).

Die meisten Fehler nach einem Major-Update entstehen genau an diesen Stellen. Typische Fehlerbilder und ihre Lösungen beschreiben wir im Artikel Shopware 6.5 Update: Fehler, Lösungen und der Weg zu 6.7.

Der Weg: von 6.5 über 6.6 auf 6.7

Shopware empfiehlt, von einer Major-Version jeweils auf die nächste zu aktualisieren. Von 6.5 aus führt der Weg also über 6.6 zu 6.7. Das heisst nicht, dass Ihr Shop wochenlang auf 6.6 laufen muss: Beide Schritte werden zuerst auf der Testumgebung durchgespielt und geprüft und beim Go-live im selben Wartungsfenster nacheinander ausgeführt.

Für Shops auf Shopware 6.4 kommt ein Schritt mehr dazu. Läuft Ihr Shop noch auf Shopware 5, ist es kein Upgrade, sondern faktisch ein Neuaufbau – mehr dazu auf unserer Seite zur Shopware-Migration.

Checkliste: So bereiten Sie das Upgrade vor

1. Hosting prüfen

Shopware 6.7 benötigt laut den offiziellen Hosting-Anforderungen:

  • PHP 8.2 bis 8.4 (empfohlen: 8.4)
  • MySQL ab 8.0.22 (empfohlen: 8.4) oder MariaDB ab 10.11.6 (empfohlen: 11.4) – sogenannte Innovation Releases von MySQL werden nicht unterstützt
  • Node.js 20 oder neuer, um Administration und Storefront zu bauen
  • optional Redis 7 oder neuer

Fragen Sie Ihren Hoster frühzeitig, ob und wann er diese Versionen bereitstellt.

2. Erweiterungen erfassen

Erstellen Sie eine Liste aller installierten Erweiterungen – auch der deaktivierten. Halten Sie pro Eintrag fest:

  • Wird die Erweiterung noch gebraucht?
  • Gibt es eine Version für Shopware 6.7?
  • Ist sie aus dem Shopware Store oder eine Eigenentwicklung?

Deaktivierte und nicht mehr benötigte Erweiterungen sollten Sie vor dem Upgrade entfernen. Das spart Arbeit und reduziert Fehlerquellen.

3. Eigenentwicklungen und Theme einschätzen

Klären Sie, welche Anpassungen am Theme und welche eigenen Plugins es gibt und wer sie entwickelt hat. Je mehr Individualentwicklung, desto mehr Aufwand fällt beim Upgrade an.

4. Testumgebung aufsetzen

Führen Sie das Upgrade nie direkt im Live-Shop durch. Eine Kopie des Shops (Staging) mit aktuellem Datenstand ist Pflicht. Technisch Versierte können vorab den Upgrade-Assistenten der Shopware CLI im Probelauf nutzen: Er prüft, ob das Projekt bereit ist und ob die über Composer installierten Erweiterungen mit der Zielversion zusammenpassen.

5. Testplan festlegen

Legen Sie fest, was nach dem Upgrade funktionieren muss: Login, Suche, Warenkorb, Checkout mit allen Zahlungsarten, Versand, E-Mails und Schnittstellen. Gehen Sie diese Liste nach dem Upgrade auf der Testumgebung vollständig durch.

6. Backup und Rückweg

Erstellen Sie vor dem Go-live ein vollständiges Backup von Datenbank und Dateien – und legen Sie fest, wie Sie im Notfall zum alten Stand zurückkehren. Während der Umstellung sollte der Shop im Wartungsmodus sein.

Zeitplan: rückwärts vom Supportende rechnen

Planen Sie das Upgrade vom Supportende aus rückwärts und mit Reserve:

  • Erweiterungen: Nicht jeder Anbieter liefert sofort eine 6.7-Version. Klären Sie das früh, damit Zeit für einen Ersatz bleibt.
  • Abnahme: Planen Sie Zeit ein, in der Sie oder Ihr Team den Shop auf der Testumgebung prüfen.
  • Saison: Viele Shops haben im November und Dezember ihre umsatzstärkste Zeit. Ein Go-live mitten im Weihnachtsgeschäft ist riskant – besser davor oder im Januar.

Fazit: jetzt planen, rechtzeitig umstellen

Bis zum voraussichtlichen Supportende von Shopware 6.5 am 28.02.2027 bleiben nur wenige Monate. Das Upgrade auf 6.7 ist kein Routine-Update, aber mit einer guten Vorbereitung gut planbar: Hosting prüfen, Erweiterungen erfassen, auf einer Testumgebung upgraden und sorgfältig testen.

Sie möchten das nicht selbst machen? Wir bringen Ihren Shop zum Festpreis auf Shopware 6.7 – mit Upgrade-Check, Testumgebung, Rollback-Plan und 14 Tagen Hypercare nach dem Go-live. Alle Details finden Sie auf unserer Seite Shopware-Upgrade zum Festpreis. Damit Ihr Shop danach aktuell bleibt, gibt es passende Wartungsabos.

Quellen: Shopware Update Guide 6.7, Shopware: Major 6.7 – when and why to upgrade, Shopware: Release Policy, Shopware Developer Docs: Hosting, Shopware Developer Docs: Performing updates, Release Notes Shopware 6.7.0.0

Heinz Lehner, Gründer und Inhaber von BitBear

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